Im Jahre 1351 gründeten Bürger der Stadt Königsberg die Schützengilde als Armbrustschützengilde, um die Sicherheit der Stadt zu gewähren,  damals war Schießen Bürgerpflicht. Nachts sorgten die Schützen für Ruhe und Ordnung innerhalb der Stadtmauern, aber auch für die Verteidigung gegenüber äußeren Feinden waren sie mit ihrem Leben verantwortlich.

Aber nicht nur die Notwendigkeit der Verteidigungsbereitschaft war gegeben, auch damals gab es schon die Freude am Schießsport im Rahmen von Volksfesten und Vogelschießen.

Aus der damaligen Zeit wurde über die Kriegswirren der Sportsgeist, das Festhalten an Brauchtum und Tradition, Fairness, Verantwortung, Kameradschaft gerettet, so dass wir heute eine  moderne Schützengilde sind, die aktiv an den Meisterschaften des Deutschen Schützenbundes bis hin zu den Deutschen Meisterschaften teilnimmt.

Mehr als 650 Jahre hat unsere altehrwürdige Schützengilde nun schon Bestand, eine sehr lange Zeit, die eigentlich nicht vorstellbar ist.

Die Heimat unserer Gilde ist in Ostpreussens Hauptstadt Königsberg. Ostpreussen? Königsberg? So Mancher unserer heutigen Zeit weiss nicht mehr viel mit diesem ehemals deutschen Land, dieser ehemals deutschen Stadt anzufangen.

Einst war Ostpreussen eine blühende Provinz im Nordosten des Deutschen Reiches, deren Landschaft bestimmt war von unendlichen Weiten, Wäldern, wogenden Kornfeldern, unzähligen Seen, von der Ostsee mit ihren wundervollen Stränden, Steilküsten und Nehrungen aus gewaltigen Sanddünen. Die Kornkammer Deutschlands wurde dieses Land auch genannt.

Die politischen Umstände änderten sich 1945 total. Ostpreussen wurde im Süden zu polnischen Woiwodschaften, im Norden zu einem russischen Oblast und aus Königsberg wurde Kaliningrad, benannt nach dem sowjetischen Politiker und Revolutionär Michail Kalinin.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges endete nach mehr als 700 Jahren die deutsche Geschichte dieser östlichen Provinz und damit alles, was mehr als 2 Millionen Menschen einmal Heimat und Zuhause war mit allem, was die vielen  Jahrhunderte hervorgebracht haben.

Auch unsere Schützengilde ist Opfer dieser verheerenden Ereignisse und fand nun eine letzte Heimat in Barsbüttel. Den Bemühungen früherer Wegbereiter ist es zu verdanken, dass wir immer noch als "Königsberger" aktiv am sportlichen und traditionellen Geschehen der grossen Schützenfamilie des Deutschen Schützenbundes teilnehmen dürfen.

In die Zukunft schauen können wir nicht, gerade was die Mitgliederstruktur betrifft. Aber wir sind quirlig-lebendig und voller Elan, mitten im Geschehen des aktiven Schießsports und so hoffen wir, noch lange als eigenständige Institution erhalten zu bleiben.